Was der Rollfilm mit ihrem Unternehmen zu tun hat?

In den letzten Monaten lesen und hören wir immer mal wieder von der digitalen Disruption. Häufig werden solche Beiträge gern mit wirtschaftlichen Weltuntergangsszenarien gespickt. Der Niedergang der großen wirtschaftlichen Dinosaurier in einer sich plötzlich veränderten Geschäftswelt wird skizziert. Gern nennt man dabei große klangvolle Namen, die zeigen, wie schnell aus dominierenden Weltkonzernen Unternehmen in Not werden, weil sie Marktentwicklungen zu spät erkannt oder falsch eingeschätzt haben. Der Mittelständler schaut dann auf sich und fragt sich, ob dies auf für ihn eine Relevanz hat. Betrifft die digitale Disruption auch den mittelständischen Händler, den mittelständischen Produzent oder Dienstleister? Ganz klar - Die Kernaussage ist immer dieselbe: Stillstand bedeutet Rückschritt.Und dabei spielt es keine Rolle, ob groß oder klein.

Um die Tragweite der digitalen Disruption am besten verstehen zu können, müssen wir unseren Blick etwas zurück schweifen lassen. Beispiele gibt es da zuhauf. Am besten passt aber am heutigen 5. Mai ein Beispiel aus den USA, dass die ganze Reichweite der Disruption zeigt.

Am heutigen 5. Mai im Jahre 1885 war es, als der amerikanische Unternehmer Goerge Eastman das Patent für eine Erfindung anmeldete, die seine Firma groß und seinen Ruf noch größer werden ließ: der Rollfilm war geboren. Für die damalige Zeit war auch dies eine Disruption. Mit einem Schlag veränderte sich die Art des Fotografierens und die Erfindung verdrängte schnell die bis dato etablierten Fotoplatten. Wer also auf diese Technologie gesetzt hatte, verschwand vom Markt – aus heutiger Sicht auch nur Mittelständler. Warum sollte man auch weiterhin auf solche umständliche Technik setzen, wenn es doch viel komfortabler ging? Durch diese Disruption änderte sich der Markt rapide und The Eastman Kodak Company wuchs von einem kleinen Unternehmen zu einem weltumspannenden Konzern, der über ein Jahrhundert lang in der Film- und Fotobranche maßgebend war.

Doch wenn man das „Big Picture“ betrachtet, sieht man, wie schnell nach dem erzielten Rekordumsatz von19,4 Milliarden US-Dollar im Jahre 1991 der Niedergang kam. Zwar entwickelte man noch die erste Digitalkamera – das ist das wirklich Tragische an dieser Geschichte – schaffte es jedoch in der Folge nicht, diese für den Massenmarkt tauglich zu machen. Vielleicht war das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt auch einfach zu groß und zu unbeweglich? Andere Unternehmen – schneller und flexibler – drängten in den Markt und bedrohten so die Machtstellung des etablierten Unternehmens.

Der Niedergang erfolgte rasch und schmerzvoll. Ein Geschäftsfeld nach dem anderen wurde aufgegeben, unzählige Mitarbeiter verloren ihren Job und die Aktie fiel ins Bodenlose. Zwar konnte das Unternehmen sich fangen, jedoch zeigt der rapide Niedergang innerhalb eines Jahrzehntes, wie schnell neue Unternehmen und Technologien etablierte Unternehmen bedrohen können – so wie einst George Eastman mit seinem Rollenfilm alte Technologien verdrängte.

Welchen Schluss ziehen wir im Mittelstand daraus? Auch wenn unser Geschäft gut läuft, müssen wir wachsam bleiben, offen bleiben, schnell bleiben und bei allen Unsicherheiten vor allem die Chancen in der digitalen Transformation erkennen. Entscheider im Unternehmen müssen es sich zur Aufgabe machen, auch bei guter Geschäftslage jeden Tag die Aufstellung des Unternehmens zu prüfen.

Potentiale gibt es allenthalben. Dass Daten das Erdöl der nächsten Jahrzehnte sein werden (und eigentlich bereits schon sind), ist inzwischen eine weit verbreitete Weisheit. Warum also das nicht nutzen? Daten und Informationen sind ja `bereits vorhanden. Mit einer entsprechenden durchgängigen Nutzung, Auswertung und Analyse wird der Schatz jedoch erst gehoben. „Big Data“ ist nicht relevant – „Smart Data“ ist das Ziel.

Wir als Unternehmen können Ihnen dabei in vielen Bereichen der Produktion, der Verwaltung und der Lagerlogistik unterstützend zur Seite stehen. Ganz gleich, ob die IT Infrastruktur, die betriebswirtschaftlichen Software, die Steuerung der Lager- und Produktionsprozesse mittels RFID bis hin zu eingebetteten Lösungen sind wir ihr Partner.

Was wir Ihnen jedoch nicht abnehmen können, ist das wache Auge, mit der Sie die Potentiale sowohl in ihrem Unternehmen wie auch in ihrem Markt erkennen müssen. Heute, am Tag, als der Rollfilm durch George Eastman patentiert wurde ist eine gute Gelegenheit, einmal über die eigenen Chancen bei der digitalen Disruption nachzudenken.

Abbildung: George Eastman um 1890 mit einer Kodak-Kamera.